CORONA in UGANDA: Wenig Fälle, aber die Wirtschaft ist am Boden

23.05.2020

Download im PDF-Format

Seit Wochen bestimmt Corona unser Leben ganz massiv. Auch in Uganda trifft die Corona-Pandemie die Menschen heftig, weniger durch das Virus selbst, aber vor allem durch den Lockdown. Der Internationale Ländliche Entwicklungsdienst hat zusammen mit der Caritas Luweero ein Nothilfeprogramm gestartet. Gebraucht werden 140.000 Euro, die komplett über Spenden finanziert werden müssen.

Die Lage in Uganda

Uganda verzeichnet momentan nur ca. 175 COVID-Fälle und hat Gott-sei-Dank noch keine Toten zu beklagen. Die Regierung hat vom ersten Tag der Pandemie an das Land komplett heruntergefahren, eine Ausgangssperre verhängt, Geschäfte geschlossen, alle öffentlichen Plätze, alle Bars und Diskotheken geschlossen. Es fahren keine Busse mehr und auch die beliebten und überall verfügbaren Motorrad-Taxen („Boda-Boda“) dürfen nicht mehr fahren.

Die Angst im Land ist groß. Die WHO befürchtet eine zwar langsamere Ausbreitung in Afrika, aber gleichzeitig eine Einnistung des Virus in spezifischen Hotspots – und das über eine lange Zeit. Inwieweit das Virus sich schon jetzt im Lande verteilt hat, weiß man nicht so genau. Uganda hat – vor allem aus leidvoller Erfahrung mit drei Ebola-Ausbrüchen – gelernt, dass man eine Epidemie nur in den Griff bekommt, indem man eine Region ganz massiv und konsequent abschottet. Andernfalls wäre das Gesundheitssystem heillos überfordert.

Das Virus tötet doch – indirekt

Die Konsequenzen des Shutdowns sind massiv: Die Bevölkerung leidet nicht so sehr unter dem Virus selbst. Aber die Wirtschaft liegt total am Boden. Die Arbeitslosigkeit ist stark gestiegen. Die Lebensmittelversorgung wird immer schwieriger. Lebensmitteltransporte finden nur statt, wenn sie von staatlichen Stellen genehmigt worden sind. Wo Nahrungsmittel importiert werden, ist die Qualität zweifelhaft.

Die Menschen leiden darunter, dass sie nicht oder nur schwer an Nahrungsmittel herankommen und sie auch nicht mehr bezahlen können. Das ist in bestimmten Regionen wie den Trockengebieten im Nakasongola-District, der zum Bistum Luweero gehört, extrem. Von den Menschen dort ist zu hören: „Wenn wir nicht bald wieder aufmachen, sterben wir an Hunger, nicht am Corona-Virus.“ Indirekt tötet das Virus die Menschen also doch.

Damit die Nothilfe schnell ankommt

In den Regionen Luweero, Nakaseke und Nakasongola, in denen das Projekt der KLB Münster und der Pfarrgemeinde Drensteinfurt angesiedelt ist, stützt sich die Regierung stark auf unseren Projektpartner Caritas Kasanaensis Luweero. Alle anderen Organisationen müssen ihre Nahrungsmittelhilfe an die Regierung abtreten, die sie dann an Bedürftige verteilt. Die Caritas Kasanaensis darf als einzige kirchliche Organisation selbstständig Bedürftige identifizieren und Lebensmittel ausgeben. Selbst andere ILD-Projektpartner haben diese Ausnahmegenehmigung nicht. Offenbar traut man nur der Caritas Luweero zu, seriös damit umzugehen. Die Nothilfe kommt also schneller bei den Menschen an.

Die Caritas kauft die Lebensmittelfür einen reduzierten Preis von den in den ILD-Projektenorganisierten Bauern ein, um sie dann frei an Bedürftige – alte und kranke Menschen sowie notleidende, verarmte Familien – ausgeben zu können. Bis jetzt konnten bereits 8.650 Tonnen Maismehl verteilt werden. Einmalige Hilfe reicht aber nicht.

Dass die Bauern der Projekte selbst in Genossenschaften organisiert sind, erweist sich in dieser Lage als Riesenvorteil für eine möglichst schnelle und unmittelbare Versorgung mit guten Lebensmitteln. Sie selbst sind jetzt viel widerstandsfähiger und können ihre Familien versorgen.

Die Caritas benötigt insgesamt rund 140.000 Euro, die als Nothilfe komplett aus Spenden finanziert werden müssen. Daraus soll neben der Nahrungsmittelhilfe auch medizinisches Equipment, z. B. kontaktlose Fiebermessgeräte, finanziert werden.Weil in dieser Zeit zugleichmehr Krankenschwestern ausgebildet und Pflegepersonal in den Gesundheitszentren weiter geschult werden, sind die Spenden über die Krise hinaus nachhaltig wirksam.

Wie geht es weiter?

Was Lockerungen angeht, hält sich der Präsident sehr bedeckt, der Lockdown geht noch mindestens bis Ende Mai. Aktuell gibt es einige Fälle und Quarantänen beim ILD-Projektpartner Apoola Na Angor (ANA) in Bukedea im Osten Ugandas. Es besteht große Sorge, dass sich das zu einem Hotspot entwickeln könnte.

Angst haben alle vor der exponentiellen Ausbreitung des Virus; damit wäre man in den Gesundheitseinrichtungen völlig überfordert. Es gibt weder genügend Masken und Schutzkleidung noch genügend Intensivbetten. Und an Beatmungsgeräte ist gar nicht zu denken, die gibt es außer in einem Krankenhaus in Kampala nirgends.

Als Projektträger sind wir der Nachhaltigkeit verpflichtet; so verknüpfen wir – die KLB und der ILD sowie die Caritas Kasanaensis Luweero – die Corona-Nothilfe mit dem Auf- und Ausbau der Gesundheitsstationen vor Ort, um für jegliche Pandemie in Zukunft besser gerüstet zu sein.

Wer für die Corona-Nothilfe in Uganda spenden möchte, kann das über ein eigens eingerichtetes Konto tun:

Kontoinhaber: Internationaler Ländlicher Entwicklungsdienst (ILD), Bad Honnef

BIC: GENODEM1DKM, IBAN: DE74 4006 0265 0003 5502 23

Bankinstitut: DKM-Münster

Verwendungszweck: Uganda COVID-19, Soforthilfe

Ansprechpartner für diesen Beitrag

Ulrich Oskamp

KLB-Diözesanreferent

Telefon: 0251/53913-23
E-Mail: Bitte aktivieren Sie JavaScript, um die E-Mail-Adresse anzuzeigen.

Veranstaltungen

Jul18

Ferien auf Norderney 2020

18. Juli 2020 – 25. Juli 2020

Aug3

KLB Sommerreise

3. August 2020 – 9. August 2020

Panoramahotel***S Gürtl

Aug18

Abschlussveranstaltung „Agardialog im Bistum Münster“.

18. August 2020

LVHS Freckenhorst

Sep12

Pilgerreise in Deutschland - Unterwegs in Paderborn

12. September 2020 – 18. September 2020

Nov7

KLB Mitgliederversammlung

7. November 2020

KLB-Diözesanstelle Münster

Nov7

Romfahrt 2020

7. November 2020 – 12. November 2020

Dez4

Adventseminar 2020

4. Dezember 2020 – 6. Dezember 2020

LVHS Freckenhorst

Gelbe Seiten

Hier finden Sie stets die aktuellste Ausgabe unserer „Gelben Seiten“!

Werkblätter

Ländliche Familienberatung